Unternehmenskäufe und Börsengänge - Hogan-Lovells-Ausblick auf das zweite Halbjahr 2018

Trotz einiger Unruhen auf den Märkten sind nach Ansicht der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells die Aussichten für Unternehmenskäufe und Börsengänge auch für die zweite Jahreshälfte weiterhin positiv.

Mergers & Acquisitions

Dr. Volker Geyrhalter, Partner in München und Leiter Gesellschaftsrecht in Europa, dazu:

"Wir sehen auf dem deutschen M&A-Markt weiterhin eine gute Entwicklung, die vor allem durch das anhaltende Interesse von amerikanischen sowie asiatischen Investoren getrieben wird, für die die vergleichsweise stabile politische Lage des Landes im europäischen Kontext und die Stärke der inländischen Unternehmen attraktiv sind. Technologie bildet dabei den wesentlichen Treiber für Transaktionen, insbesondere in den Bereichen Automotive und Life Sciences.

Dies könnte sich in den kommenden Monaten jedoch ändern: Protektionistischere Bestrebungen aus den USA und verstärktes Interesse chinesischer Investoren haben die Forderung deutscher Unternehmen nach einer Verschärfung der Regeln für ausländische Investitionen verstärkt. In dem Versuch, unerwünschte Einflüsse aus dem Ausland zu beschränken, üben einheimische Unternehmen Druck auf die Regierung aus, dem Beispiel der USA zu folgen. Wir erwarten, dass dieser ureigene Konflikt zwischen Freihandel und nationalem Recht die M&A-Aktivitäten in Deutschland in den kommenden Monaten schwächen wird.

Das Streben der Unternehmen nach globalem Geschäft und der Wunsch der Regierung, die heimischen Industrien zu schützen, könnten den Abschluss von Transaktionen einschränken. Wir erwarten daher sowohl einen Anstieg bei transformierenden M&A Deals, um die globale Abdeckung der Unternehmen in den Wachstumsmärkten und den USA zu erhöhen, als auch einen Rückgang der eingehenden M&A-Transaktionen.

Des Weiteren sehen wir, dass deutsche Großunternehmen ihre Wachstumsstrategie weiterhin darauf ausrichten, bedeutende internationale M&A-Transaktionen, insbesondere Outbound-M&A-Deals in den US-Markt, durchzuführen."

Equity Capital Markets

Prof. Dr. Michael Schlitt, Partner in Frankfurt und Leiter Corporate Capital Markets & Securities in Europa, ergänzt:

"Die IPO-Aktivität in Deutschland hat im ersten halben Jahr gegenüber den Vorjahren einen nahezu rasanten Aufschwung erfahren. Bemerkenswert dabei ist, dass nicht nur große Sponsor getriebene IPOs oder Carve-Outs aus Unternehmenskonglomeraten die Emissionstätigkeit getrieben haben, sondern auch eine Vielzahl von größeren und kleineren mittelständischen Unternehmen über verschiedene Sektoren hinweg. Dies gibt große Hoffnung, dass die im Mittelstand häufig anzutreffende Zurückhaltung vor einer Kapitalmarktfinanzierung weiter abnimmt. 

Zwar sind die Märkte gegen Ende des 2. Quartals insbesondere aufgrund politischer Entwicklungen unruhiger geworden. Erfolgreiche Börsengänge, wie zuletzt der der AKASOL AG (bei der wir die Gesellschaft beraten haben) zeigen, dass Unternehmen, die eine überzeugende Equity Story zu bieten haben, weiter in der Lage sind, das Interesse der Investoren auf sich zu ziehen. Wenn die Märkte halbwegs mitspielen, bleiben die Aussichten auf die zweite Jahreshälfte auch positiv, so dass man mit einer Vielzahl weiterer Transaktionen rechnen kann." 

Private Equity

Dr. Matthias Jaletzke, Partner in Frankfurt, teilt mit:

"Nach einem bereits sehr guten ersten Halbjahr für Private Equity Transaktionen versprechen ein weiterhin günstiger Verkäufermarkt und Käufer, die in einem von einer Vielzahl von Interessenten gekennzeichneten deutschen Markt konkurrieren, eine starke zweite Jahreshälfte. Weiterhin erwartet hohe Bewertungen werden jedoch für einige Transaktionen mit schwierigen Assets eine Hürde bilden.

Die steigende Investitionskraft einer wachsenden Zahl von Family Offices lässt den Private Equity Markt noch stärker umkämpft werden. Das veranlasst eine Reihe von Private Equity Unternehmen, neue Strukturen zu schaffen, z.B. mit längerfristigen Fonds oder Minderheitsbeteiligungen einzugehen. Die Kreativität wächst weiter."


Teilen Zurück zur Übersicht

Loading data