EU Green Deal

Die EU soll grüner werden – aber wie? Unsere Experten Thomas Dünchheim und Sebastian Gräler geben einen kurzen Überblick.

1. Was ist der "Europäische Green Deal"?

Der Anstieg der Temperatur in der Erdatmosphäre in den vergangenen Jahrzehnten droht unser Klima zu verändern. Für diesen Klimawandel sind vorwiegend Treibhausgasemissionen verantwortlich, welche in den unterschiedlichsten Wirtschaftssektoren erzeugt und freigesetzt werden. Die Veränderung des Klimas hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt, den Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. 

Um den mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen zu begegnen, hat die Europäische Kommission am 11. Dezember 2019 den "Green Deal" vorgestellt. Dieser soll als zentraler Bestandteil der europäischen Klimapolitik eine ressourceneffiziente und dauerhaft wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft sicherstellen. Das übergeordnete Ziel des "Green Deals" ist hierbei die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Bis zum Jahr 2050 soll die Europäische Union sogar vollständig klimaneutral und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt sein. 

Der "Green Deal" bekräftigt damit einerseits das Engagement der Kommission, sich den klima- und umweltbedingten Herausforderungen für die europäische Wirtschaft zu stellen. Andererseits gibt er Antworten zur Lösung dieser Herausforderungen, indem er Leitlinien und Ziele für die künftige Ausrichtung der europäischen Wirtschaft vorgibt. Diese Zielvorgaben sollen durch einen konkreten, wirtschaftssektorenübergreifenden Maßnahmenfahrplan durch die europäischen Mitgliedstaaten erreicht werden. 

2. Welche Unternehmen sind von den Maßnahmen des "Green Deals" betroffen?

Der "Green Deal" ist nicht auf einzelne Wirtschaftssektoren begrenzt, sondern sieht vielfältige, sektorenübergreifende Maßnahmen, beispielsweise für die Bereiche der Energieerzeugung und -versorgung, der Industrie, der Kreislaufwirtschaft, der Mobilität und des Transports sowie der Lebensmittel- und Agrarpolitik vor. Darüber hinaus sind Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität, zum Schutz von Wasser, Luft und Böden und zum Schutz des Klimas geplant, die diverse Auswirkungen auf Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftssektoren haben können.  

Ein Beispiel hierfür ist eine mögliche, sektorenübergreifende Ausweitung des europäischen Emissionshandels. Die Europäische Kommission prüft derzeit, auf welche Sektoren das bestehende europäische Emissionshandelssystem ausgeweitet werden könnte, um langfristig einen internationalen CO2-Preis für alle Sektoren zu erreichen.

3. Welche Chancen und Risiken bietet der "Green Deal" für Unternehmen? 

Die Auswirkungen, die der "Green Deal" mit sich bringt, werden sich früher oder später in allen europäischen Unternehmen bemerkbar machen. Insbesondere von Unternehmen aus ressourcen- oder energieintensiven Sektoren werden umfangreiche Veränderungen erwartet, die nicht von jedem Unternehmen ohne finanzielle Risiken und Einbußen umgesetzt werden können. Daher sollten Unternehmen möglichst frühzeitig über nachhaltigere Alternativen für das eigene Unternehmen nachdenken und sich neue Ziele stecken, wie sie sich in eine grünere und nachhaltigere Richtung entwickeln können. Zugleich werden jedoch auch umfangreiche Fördermittel zur Verfügung gestellt.


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