Dr. Carla Luh


Partner
Hamburg

Von der Anwaltsserie "Ally McBeal" zur Anwältin bei Hogan Lovells. Unserer Partnerin Dr. Carla Luh wurde bereits in der Schulzeit eine juristische Karriere vorhergesagt - die sich letztendlich bewahrheitet hat. Heute arbeitet sie erfolgreich an unserem Hamburger und Frankfurter Standort und leitet die gesamte Finanzierungspraxis sowie den Bereich Infrastructure, Energy, Resources and Projects  bei Hogan Lovells in Deutschland. Welche Eigenschaften junge Änwält*innen in ihrem Bereich benötigen und welche Ratschläge sie noch hat, berichtet sie im Interview.

Wussten Sie schon früh, dass Sie gerne Juristin werden möchten oder hatten Sie andere Pläne? Wie hat Ihre juristische Karriere begonnen und gab es vielleicht besondere Schwerpunkte im Studium, die noch in Erinnerung geblieben sind?
 
Irgendwie stand es von Anfang an fest und allen war es klar – in meinem Abi-Jahrgangsheft, in der Abteilung, in der gemutmaßt wird, was mal aus uns allen wird, stand, dass ich Nachfolgerin von Ally Mcneal werden würde. Quasi wie Suits, aber eben damals die Anwaltsserie der 90er-Jahre …
Ich habe in Passau studiert und hatte dort eine ganz tolle Zeit – juristisch hat mich insbesondere ein Zivilrechtsprofessor geprägt, der es geschafft hat, ein Verständnis für die Grundprinzipien zu schaffen, von dem ich immer noch profitiere.

Sie sind Partnerin im Bereich Gesellschafts- und Finanzrecht, hat Sie dieser Bereich bereits im Studium begeistert?

Dies kam eher durch Zufall und die Stationen im Referendariat – ich habe von Hause aus eine Affinität zu Bauprojekten. Für meine Wahlstation bin ich daher zu Bilfinger Berger gegangen, dort habe ich mich mit Brückenprojekten in Nigeria und anderen spektakulären Bauprojekten im Ausland beschäftigt. Außerdem war ich für drei Monate in London bei Hengeler in der Rechtsabteilung im Finanzierungsbereich. Beide Bereiche gefielen mir extrem gut und die Projektfinanzierung schien mir die ideale Verbindung dieser zwei Welten. Das hat sich auch bewahrheitet. Es ist ein toller, extrem internationaler und dynamischer Bereich, der die Welt des Baus mit der Welt der Finanzierung verbindet.

Was macht diesen Rechtsbereich für Sie besonders?

Es ist das Beste aus verschiedenen Welten und eine extrem abwechslungsreiche und internationale Tätigkeit – Windparks in Chile und Kanada oder Kläranlagen in Kuwait und vieles mehr. Man arbeitet direkt an der Energiewende mit und gestaltet etwas, von dem man überzeugt ist. Ein anderer Bereich ist die ebenso wichtige Digitalisierung – wir finanzieren bspw. ebenso Glasfaserausbauprojekte in ländlichen Regionen. Zusammengefasst kann man sagen: Wir lieben Projekte!

Warum haben Sie sich konkret für eine Karriere bei Hogan Lovells entschieden?

Während meiner Referendariatstationen hatte ich durch Zufall die Anzeige von damals noch "Lovells" für Projektfinanzierung gesehen und unmittelbar gedacht, dass dies ein spannender Bereich sein könnte. Die Alternative wäre klassisches Finance gewesen, aber der Bezug zu den Projekten, also, dass man genau weiß, was man finanziert, macht die Sache für mich nochmals viel fassbarer. Ich habe daher direkt nach Abschluss des Referendariats in Frankfurt angefangen.

Welche Eigenschaften sind für den Bereich Infrastructure, Energy, Resources and Projects besonders vorteilhaft?

Wie jeder Transaktionsbereich ist auch die Projektfinanzierung ein Geschäft, in dem man manchmal sehr schnell reagieren und liefern muss. So eine gewisse Spontanität, Belastbarkeit, die Fähigkeit zu improvisieren und schnell eine Entscheidung treffen zu können, sind sicherlich hilfreich. Außerdem braucht man gute Drafting- und Verhandlungskenntnisse – das lernt man aber alles bei uns. Ich sage immer, dass es im Ergebnis Zivilrecht rauf und runter ist – bspw. ein Darlehensvertrag oder eine Anleihe und dann eben Sachenrecht für die Besicherung. Alles in einem sehr internationalen Gewand - ein sehr gutes Englisch ist daher ein Muss, da nahezu alle unsere Projekte im Ausland angesiedelt sind. 

Welchen Karriereratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?

Gute Frage – ich fände auch einen Ratschlag für mein aktuelles Ich noch sehr hilfreich … Wahrscheinlich würde ich aber meinem jüngeren Ich sagen, dass man stärker auf seine Fähigkeiten vertrauen und selbstbewusst sein muss. Gerade als Frau ist das etwas, das nicht immer leicht fällt. Aktiv kommunizieren und rausgehen – es reicht nicht, in seinem Büro zu sitzen, die Arbeit gut zu machen und zu warten, dass es jemand merkt und einen aus dem Zimmer holt.


Vielen Dank für das Interview!